Unwetter
Das Unwetter, das in den Morgenstunden des 04.07. über das Strohgäu zog, ließ auch Korntal-Münchingen nicht unbeschadet. Exakt ein Jahr und einen Tag nach dem schweren Unwetter 2009 liefen wieder viele Keller im Stadtgebiet voll.
Der erste Einsatz war (fast wie im Jahr zuvor) die Alarmierung durch eine Brandmeldeanlage eines Gewerbebetriebs an der Schwieberdinger Straße. Vermutlich durch eindringendes Regenwasser hatten mehrere Handdruckmelder ausgelöst, ein Einsatz für die Feuerwehr war nicht notwendig. Bereits auf der Anfahrt zu dieser Einsatzstelle meldeten die Fahrzeuge aus Korntal, dass die Zuffenhauser Straße im Bereich des Regenüberlaufbeckens Talstraße überflutet sei, in der Unterführung der Jahnstraße war ein Pkw von den Wassermassen eingeschlossen. Noch während die Erkundung an der Brandmeldeanlage des Betriebs lief, meldete die Leitstelle, dass mehrere Einsätze mit "Wasser im Gebäude" für das Stadtgebiet vorlägen.
Aus diesem Grund wurde wieder wie im Vorjahr eine Technische Einsatzleitung im Feuerwehrhaus in Münchingen aufgebaut, von wo aus alle Einsatzstellen im Stadtgebiet koordiniert und den einzelnen Fahrzeugen zugewiesen wurden. Von der Einsatzleitung wurde dann der Bürgermeister telefonisch über die Lage informiert, zusammen mit dem Technischen Beigeordneten fand er sich kurze Zeit darauf ebenfalls im Feuerwehrhaus ein, um die Einsatzleitung entsprechend zu unterstützen.
Bis in die Abendstunden über einen Zeitraum von fast 13 Stunden waren im Stadtgebiet insgesamt 44 Einsatzstellen mit dem Stichwort "Wasser in Gebäude" gemeldet und auch abgearbeitet worden. In den verschiedenen
Wohn- und Gewerbegebäuden stand das Wasser dabei zwischen 5 und 50 cm hoch und wurde mit Tragkraftspritzen, Tauchpumpen und Wassersaugern aufgenommen und aus den Gebäuden gepumpt.
Die besondere Sorge galt den beiden Regenüberlaufbecken. Das Regenüberlaufbecken in der Talstraße war dabei übergelaufen und hatte die Zuffenhauser Straße überschwemmt, die angrenzenden Gebäude waren dieses Mal aber glücklicherweise nicht gefährdet. Schon bald nach dem das Gewitter aufgehört hatte, war festzustellen, dass der Pegel dieses Regenüberlaufbeckens zurückging und somit auch die Überschwemmung der Zuffenhauser Straße endete, ohne dass die Feuerwehr tätig werden musste.
Das Regenüberlaufbecken an der Lingwiesenstraße füllte sich noch längere Zeit, nachdem der Regen aufgehört hatte, das Wasser blieb aber knapp unterhalb des Randes stehen, so dass von diesem keine Gefährdung ausging. Beide Regenüberlaufbecken waren dabei die ganze Zeit unter Beobachtung durch die Feuerwehr.
Anders sah es an der Glems aus. Im Bereich der Glemsmühle hatte diese ihr Bett großflächig verlassen und war auf eine Breite von 40 Metern angeschwollen. Durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen des Eigentümers konnte sich dieser aber selber helfen, hier war kein Einsatz für die Feuerwehr notwendig.
Dramatisch gestaltete sich die Situation im Lauf des Vormittags, als Passanten in das Feuerwehrhaus Münchingen kamen und berichteten, dass an einer Feldscheune am Buschweg eine Rauchentwicklung zu sehen sei. Sofort wurden alle verfügbaren Feuerwehrfahrzeuge dort hin beordert. Es zeigte sich, dass im Verlauf des Gewitters ein Blitz in eine Giebelbalken der Scheune eingeschlagen war und dort einen Schwelbrand verursacht hatte.
Somit konnte das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht werden und ein größerer Schaden für den Besitzer verhindert werden.
Insgesamt waren an diesem Tag ca. 90 Feuerwehrangehörige mit allen neun Fahrzeugen für die Dauer von 13 Stunden im Einsatz. Unterstützt wurde die Feuerwehr nach Kräften mit Personal und Fahrzeugen des Bauhofs, insbesondere zum Füllen und zum Transport der benötigten Sandsäcke. Die Verpflegung der eingesetzten Kräfte wurde von beiden Ortsvereinen des DRK übernommen.